Die AfD – die traurigen Kinder der Party, zu der sie eigentlich gar nicht eingeladen waren. Die Hände in den Taschen, der Blick irgendwie verloren. Sie reden laut, viel zu laut, als könnten sie durch Lautstärke verhindern, dass jemand merkt, dass sie gar nicht wissen, warum sie überhaupt hier sind. Es ist nicht diese selbstbewusste Lautstärke, die aus Überzeugung kommt – nein, es klingt wie jemand, der sich immer wieder versichern muss, dass das, was er gerade sagt, irgendwie Sinn macht. Spoiler: Tut es nicht.

„Wir wollen unser Land zurück“, rufen sie. Als wäre ihnen jemals etwas weggenommen worden. Als hätte dieses „Land“ irgendwann, irgendwo, irgendwann einmal wirklich ihnen gehört. Aber es geht gar nicht um das Land, um die Nation, um dieses ganze große Pathos. Was sie wirklich meinen – aber nicht sagen können – ist: Wir wollen unsere Sicherheit zurück. Sicherheit, ja, das ist der Schlüssel. Sie klammern sich an „Traditionen“ und „Werte“, als wären das Rettungsringe, die sie davor bewahren, in dieser immer schneller werdenden Welt unterzugehen. Dabei haben sie längst die Orientierung verloren, und das macht ihnen Angst. Sie stehen in der Mitte des Karussells und klammern sich fest, weil sie nicht wissen, wie sie mitfahren können, ohne herunterzufallen.

Es ist wie dieses Gefühl, wenn man auf einer Party ist, die die eigene Coolness-Schwelle längst überschritten hat. Alle tanzen schon zu Tracks, die man gar nicht mehr kennt, und man steht mit dem Bier in der Hand am Rand und fragt sich, wie zum Teufel man hierher gekommen ist. Das ist die AfD. Sie stehen da und schauen zu, wie sich alles um sie herum schneller, bunter und wilder dreht. Und was tun sie? Sie schreien. Schreien nach einer Ordnung, die es nie gegeben hat. Nach einer Welt, die zu ihrer eigenen Sicherheit einfach wieder stillstehen sollte. Aber die Party, die geht weiter. Ohne sie.

Es ist fast traurig, wenn man es sich vor Augen führt. Denn hinter all dem Gebrüll, den Parolen, den großen Gesten steckt nichts als pure, blanke Angst. Angst vor dem, was anders ist. Angst vor dem, was sie nicht verstehen. Und das Tragische ist: Sie könnten dazugehören. Sie könnten sich integrieren, ihren Platz finden, Teil dieser verrückten, schnellen, lauten Welt werden. Aber sie tun es nicht. Sie wählen den Rückzug. Sie stellen sich an den Rand, bauen Mauern um sich herum, erklären die Party, die draußen tobt, zum Feind, weil es einfacher ist, die anderen als Bedrohung zu sehen, als sich einzugestehen, dass man einfach … verloren ist.

Am Ende stehen sie da, die Kinder, die die Regeln der neuen Welt nicht verstehen, und warten darauf, dass jemand den Stoppknopf drückt. Dass das Karussell anhält und alles wieder so wird, wie es war – oder wie sie glauben, dass es war. Aber das passiert nicht. Die Zeit bleibt nicht stehen, sie dreht sich weiter. Und während sie da stehen und nach der Notbremse suchen, dreht sich alles immer schneller, immer weiter, und sie stehen nur da – unsicher, verloren, und warten. Warten darauf, dass ihnen jemand sagt, was sie tun sollen. Aber niemand kommt.

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