Da steht er nun, der letzte Showtitan, und merkt nicht, dass die Party längst vorbei ist. Da steht er, die goldenen Locken, das Lächeln noch da, als hätte man vergessen, ihm zu sagen, dass die Lichter längst aus sind. Einst betrat er die Bühne, und die Nation lauschte. „Wetten, dass…“, die größte Show des Landes, Gottschalk, der Showmaster, der König des Samstagabends. Aber jetzt? Jetzt wirkt er wie einer, der zu spät zur Party kommt und sich immer noch für den Headliner hält. Und während sich die Welt weiterdreht, steht Gottschalk da – schwerfällig, steif, und irgendwie fragt man sich die ganze Zeit: Warum eigentlich?

Früher war er der Typ, der alles mit einem Lächeln löste. Kritik prallte an ihm ab, weil er über den Dingen schwebte. Ein charmanter Spruch hier, ein bisschen Selbstironie da, und plötzlich war alles wieder gut. Aber jetzt? Jetzt kämpft er. Er rechtfertigt sich. Und das fühlt sich falsch an, weil Gottschalk sich nie rechtfertigen musste. Der Glanz, der ihn früher umgab, die Aura des Showgottes, der über allem stand – weg. Keine Leichtigkeit mehr, kein Augenzwinkern, das alles retten könnte. Stattdessen: ein Mann, der verzweifelt versucht zu erklären, warum er so ist, wie er ist. Ein Mann, der auf einer Bühne steht, die er nicht mehr versteht.

Es ist fast tragisch, ihm dabei zuzusehen. Früher hätte Gottschalk jede Diskussion mit einem lockeren „Ach, was soll’s“ beendet und alle hätten gelacht. Aber heute? Jetzt gibt es kein Lachen mehr, nur noch Fragen. Fragen, auf die er keine Antworten hat, weil er nie welche brauchte. Man schaut ihm zu und hofft, dass der alte Gottschalk wiederkommt, der mit einem Satz alles auf den Punkt brachte. Aber dieser Gottschalk, der über den Dingen stand, der ist nicht mehr da. Stattdessen steht da ein Mann auf der Bühne, der sich immer wieder umschaut, als suche er die Zeit, die ihn verlassen hat.

Die Kritik prasselt auf ihn ein, und was macht Gottschalk? Er nimmt sie persönlich. Früher hätte er darüber gelacht, alles in seinen üblichen Charme gehüllt und weitergemacht. Aber heute, heute sieht man ihm an, dass es ihn trifft. Die Welt ist nicht mehr dieselbe, in der er mit Glanz und Glamour unantastbar war. Heute ist jedes Wort, jeder Spruch eine potenzielle Mine, und Gottschalk? Er tappt in jede. Der Mann, der früher alles im Griff hatte, verliert plötzlich den Boden unter den Füßen.

Man fragt sich die ganze Zeit: Warum reagiert er so steif? Warum nimmt er sich so wichtig? Früher konnte ihn nichts aus der Ruhe bringen, jetzt wirkt er wie ein verunsicherter Rockstar, der auf der Bühne steht und nicht versteht, warum niemand mehr mitsingt. Der Applaus, der früher von selbst kam, bleibt aus. Gottschalk, der einstige Titan, der sich immer leichtfüßig durch jede Show, jede Kritik, jede Peinlichkeit geschlängelt hat, steht jetzt da und wartet – auf den Applaus, der nicht mehr kommt.

Und das Schlimmste? Es ist, als wüsste er selbst nicht, warum. Früher wäre es ihm egal gewesen, jetzt scheint er sich ständig zu fragen, was er falsch macht. Die Leichtigkeit, die ihn immer begleitet hat, ist verschwunden. Der Mann, der uns allen das Gefühl gab, dass alles irgendwie in Ordnung ist, solange er lächelt, steht jetzt da und versteht nicht, warum niemand mehr lacht. Man sieht ihn an und fragt sich: Warum hält er so krampfhaft daran fest? Warum lässt er nicht einfach los?

Es bleibt die traurige Erkenntnis: Der Glanz, der Gottschalk einst umgab, ist verblasst. Es fehlt die Leichtigkeit, die ihn so unantastbar machte. Und während er sich noch an die Vergangenheit klammert, ist die Welt längst eine andere. Gottschalk, der letzte Showtitan, der nicht begreift, dass die Party längst vorbei ist.

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